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Reiseberichte

 

Sonntag, 19.09.2004
Um 6.00 Uhr fanden sich 31 verschlafene Gesichter der Leistungskurse Biologie und Erdkunde am Kriegerdenkmal in Freising ein, um die lange Reise an die Nordsee anzutreten. Ein Großteil der Schülerinnen und Schüler verschlief die ersten Stunden der Fahrt, aber allmählich legte sich die Müdigkeit und man vertrieb sich die Zeit mit Kurzreferaten, Lesen, Musikhören und einem Videofilm.
Gegen 12.15 Uhr ging ein Raunen durch den Bus. Ein Blick aus dem Fenster bestätigte die schreckliche Befürchtung: Wir stehen im Stau. Während einige die Zeit nutzten, sich die Beine auf dem Standstreifen zu vertreten, blieben andere im stickigen Bus, dessen Toilette mittlerweile für den öffentlichen Gebrauch freigegeben wurde.
Nach "ereignisreichen" sechs Stunden setzte sich unser Bus wieder in Bewegung und es ging zügig weiter bis wir schließlich noch vor Mitternacht - genauer gesagt um 22.15 Uhr - in unserer neuen Behausung, dem Stella Maris in Cuxhaven / Sahlenburg, eintrafen und mit einem schmackhaften Essen empfangen wurden, sehr zur Freude der hungrigen Bäuche. Nachdem alle ihre Betten bezogen hatten, kehrte auch schon Ruhe ein nach einem so anstrengenden Tag.

Montag, 20.09.2004
Unser erster Tag in Sahlenburg begann mit einem reichhaltigen Frühstück. Danach der entsetzte Blick aus dem Fenster: Regen und Windstärke 8! Trotzdem - ab ins Watt! Dank der grandiosen Ausrüstung des Nationalparkzentrums konnten nasse Füße zur Freude aller verhindert werden. Mit Gummistiefeln marschierten wir in Begleitung zweier enthusiastischen Biologinnen in das Watt. Bei zunehmend schlechterem Wetter betrachteten wir Herzmuscheln, Wattwürmer, Krebse und anderes Wattgetier. Nach einer Stunde ausführlicher Erklärungen im Watt traten wir den Rückzug an. Gestärkt durch ein Mittagessen und dick eingepackt kehrten wir in das Nationalparkzentrum zurück, wo uns eine der Biologinnen zeigte, was wir am Vormittag gesammelt hatten. Um uns vom schaurigen Anblick der in den Aquarien lebenden Seespinnen zu erholen, deckten wir uns im Souvenirshop mit kuscheligen Stoffseehunden ein. In unserem Quartier durften wir anschließend mit Hilfe der mitgebrachten schuleigenen Mikroskope die selbstgesammelten Präparate unter die Lupe nehmen.
Nach dem Abendessen machten sich die Hartgesottenen auf den Weg nach Cuxhaven, um völlig durchnässt eine Kneipe aufzusuchen. So ging unser erster Exkursionstag langsam dem Ende zu mit der leisen Hoffnung auf besseres Wetter.

Dienstag, 21.09.2004
Nachdem "Petrus" unseren Langzeitplan vollständig über den Haufen geworfen hatte, beschlossen wir, unsere Fahrt nach Hamburg auf Dienstag vorzuverlegen.
Gleich nach dem Frühstück bestiegen wir mit Lunch-Paketen bestückt unseren Reisebus und verließen unsere Herberge in Sahlenburg. Der Schönheit wegen zogen wir die Bundesstraße der dynamischeren Route über die Autobahn vor und gelangten schließlich nach dreistündiger Fahrt vorbei an rund zwei Dutzend Autohäusern sowie drei Dutzend Aldi-Märkten in die Hafenmetropole Hamburg. Im strömenden Regen wateten wir in die Innenstadt, wo sich unsere Wege bis zur anschließenden Hafenrundfahrt trennten.
Pünktlich um 14.15 Uhr versammelten wir uns vor der Barkasse, mit der wir durch das Hafengebiet tuckerten. Während dieser Rundfahrt war unser Busfahrer Peter ununterbrochen darum bemüht, die Scheiben des kleinen Bootes mit einem Fensterabzieher frei zu halten, um uns somit den Blick auf Speicherstadt, Schleusen, Blohm & Voss-Werft und viele andere imposante und interessante Sehenswürdigkeiten in dem weitläufigen Hafengelände zu ermöglichen.
Nach einer Stunde legten wir wieder im Jachthafen an und flüchteten sofort vor dem Regen in unseren Bus.
Nach erneuter dreistündiger Fahrt vorbei an zwei Dutzend Autohäusern und drei Dutzend Aldi-Nord-Märkten, erreichten wir nach kurzem Einkaufs-Aufenthalt in einem der Aldi-Nord-Märkte unsere Unterkunft, wo ein delikates Abendessen auf uns wartete. Den Abend ließen wir in geselliger Runde in der "Tenne" - einem Aufenthaltsraum im Stella Maris - ausklingen.

Mittwoch, 22.09.2004
Nach einem weiteren köstlichen Frühstück kamen wir in den Genuss von "Hannes Glogner" - einem in Cuxhaven stationierten Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.
Die Besatzung führte uns kompetent von "vorne nach hinten" und von "oben nach unten" durch die "olle Gurke, die aber ordentlich Tabak geben kann" (Originalton des Vormanns). Nach einem noch köstlicheren Mittagsschmaus ging ein Teil der gesamten Exkursionsgruppe unter Führung des Leiters der Unterkunft Stella Maris Herrn Schönleber, vorbei an Muschelbänken bis zum ersten Priel.
Völlig durchnässt und von Windstärke 8 bis 9 halb weggeweht kamen trotzdem alle unversehrt - der eine eher, die anderen wie geplant - im Stella Maris an.
Nach einem anschließenden interessanten Abstecher in das örtliche Wrackmuseum war das Tagesprogramm abgeschlossen und der wohlverdiente Feierabend in greifbarer Nähe. Es wurde Abend - es wurde Morgen, der 5. Tag - nass!

Donnerstag, 23.09.2004
Zwischen Cornflakes und Marmeladenbrötchen erfuhren wir erst am Donnerstag in der Früh, dass unsere Überfahrt nach Helgoland nun doch endlich klappt. In kompletter Regenausrüstung inklusive Lunch-Paket bestiegen wir um 10.00 Uhr unser Schiff, die "Wappen von Hamburg". Während der zweistündigen Überfahrt kämpften 30 Schülerinnen und Schüler gegen den Dämon der Seekrankheit.
Nachdem das Schiff einhundert Meter vor der Insel vor Anker ging, wurden wir in kleine, sehr kleine Fischerboote, sogenannte Börteboote, umgeladen und schaukelten Richtung Helgoland. Kaum auf der Insel angekommen, wurden wir auch schon von einem kräftigen Regenschauer begrüßt. "Wir bilden eine Schildkröte!" So zeigte Herr Streifinger wieder, dass er in jeder Notsituation einen kompetenten lebensrettenden Tipp auf Lager hat.
Nach einem einstündigen Inselrundgang mit Kurzreferat über die Vogelwelt der Insel, vorbei an Trottellummen, der "Langen Anna" und vielen Schäfchen, stürzten wir uns auf einhundert Duty-Free-Shops.
Bepackt mit Tüten voller Tabak für den Papa, Schnaps für den Opa und Parfüm für die Mama gingen wir wieder an Bord unseres großen Seebäderschiffes.
Nach ruhiger Rückfahrt genossen wir unsere letzte Abendmahlzeit im Stella Maris.

Freitag, 24.09.2004
Nach unserem letzten ausgiebigen Frühstück bestiegen wir pünktlich um 8.15 Uhr unseren heißgeliebten Bus. Zu unserer Freude verlief die Fahrt diesmal ohne Zwischenfälle und die Zeit verflog mit Referaten, ein paar Filmen und den Witzen einiger Kursteilnehmer. Früher als erwartet, nämlich um 18.30 Uhr trafen wir glücklich am Bahnhof Freising ein, wurden von unseren Eltern und Freunden freudig empfangen und in die Autos gepackt. Doch wir merkten schnell, dass uns das schlechte Wetter bis nach Hause verfolgt hatte.