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Cuxhaven

 

Das Wetter in Cuxhaven ist meistens anders und auch besser als der Wetterbericht verspricht.Die exponierte Lage an der Nordsee verleiht Cuxhaven beinahe ein Inselklima. Langanhaltende Niederschläge sind eher selten, da der Wind schnelle Wetterumschläge verursacht.
Für weniger freundliche Tage empfiehlt der Reiseführer:
Entweder einen Friesennerz, sprich meist gelbfarbenes Ölzeug, oder eine bunte Windjacke zu erwerben, um am Strand über Muschelbänke hinwegzuknirschen, sich in die Urlandschaft des Wattenmeeres mit ihrem Duft nach Salz und Tang hinausführen zu lassen, oder durch die weite Marschlandschaft zu streifen.
Obwohl die Stadt Cuxhaven erst 90 Jahre alt und somit noch sehr jung ist, ist die Siedlungsgeschichte natürlich viel älter. Zahlreiche archäologische Funde weisen auf eine Besiedelung ab ca. 4.000 vor Christus hin. Dennoch kann das Schloss Ritzebüttel als Keimzelle des heutigen Cuxhavens angesehen werden. Cuxhaven selbst entstand 1872, als sich die Hafensiedlung Cuxhaven und das Dorf Ritzebüttel zusammenschlossen. Ebenfalls im 19. Jahrhundert wurde Cuxhaven zu einem Seebad und der Fischereihafen wurde angelegt.
1907 erhielt dieser Siedlungskomplex die Stadtrechte, nachdem die Einwohnergrenze von 10.000 Einwohnern überschritten wurde. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz wurde Cuxhaven 1937 von Hamburg unabhängig und fiel an Preußen. Durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs Cuxhaven auf seine heutige Größe von 161,9 Quadratkilometer an. 1977 wurde das im heutigen Niedersachsen liegende Cuxhaven die Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises.
Heute leben in der aus sieben Stadtteilen bestehenden Stadt rund 55.000 Einwohner.
Da Cuxhaven an der nördlichsten Spitze Niedersachsens gelegen und an zwei Seiten von Wasser umgeben ist, herrscht in dem schon seit 1816 bestehenden Seebad ein ausgezeichnetes Heilklima. Mit über 3 Millionen Übernachtungen im Jahr liegt Cuxhaven an der Spitze aller Kurorte Deutschlands. Durch die Randlage und die historische Zugehörigkeit zu Hamburg ergeben sich aber auch erhebliche Probleme. So konnte sich neben dem Fremdenverkehr nur noch die Fischereiwirtschaft entwickeln.
Der Aufstieg Cuxhavens zum bedeutendsten Fischereistandort Deutschlands begann im Jahre 1885 mit der Errichtung des Fischereihafens. Traditionell ist Cuxhaven noch immer ein wichtiger Platz für Fischfang, Fischverarbeitung und Fischlogistik. Cuxhaven ist als Knotenpunkt des nationalen und internationalen Hochseeschiffverkehrs zu sehen. Möglich ist dies durch die günstige Wassertiefe und die logistisch hervorragende Lage. In Cuxhaven laufen die Verkehrsachsen der Nord- und Ostsee, Skandinaviens, Englands, der anderen Ostseeländer, sowie der Städte Hamburg und Bremen zusammen. Mit dem 1997 eröffneten neuen Hafen ist Cuxhaven der ideale Standort für den Containerschiffverkehr.
Cuxhaven spielte bis 1968 eine bedeutende Rolle als Militärstützpunkt. Der Großteil der Einheiten wurde nach Wilhelmshaven und Emden verlegt, trotzdem verblieben noch einige Militäreinheiten in Cuxhaven. Die Arbeitslosenrate beträgt im Jahresmittel derzeit 10,5% mit steigender Tendenz. Um diese Tendenz umzukehren, unterstützt das Land Niedersachsen die Ansiedlung moderner Industriezweige wie alternative Energieindustrie, Informations- und Kommunikationstechnologie und Pharmaindustrie. In diesen Sektoren soll eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Betrieben gefördert werden, um für neue Arbeitsplätze und ein wirtschaftliches Wachstum zu sorgen. Doch neben Wirtschaft und Geschichte der Stadt möchten wir auch auf die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen Cuxhavens eingehen.
Vor Cuxhaven befindet sich eine der größten zusammenhängenden Wattflächen. Deshalb wurde 1986 der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer gegründet. Als Wahrzeichen der Stadt gilt die Kugelbake, die auch auf dem Cuxhavener Stadtwappen abgebildet ist. Die Kugelbake ist eine knapp 30 Meter hohe Holzkonstruktion, die den Punkt markiert, an dem die Elbe in das Meer mündet und die als wichtige nächtliche Orientierungshilfe für Schiffe diente. Die Bake besteht seit ca. 1706 und muss wegen des rauen Klimas alle 30 Jahre erneuert werden. Heute hat die Kugelbake ihre ursprüngliche Funktion aufgrund der modernen Technik eingebüßt und ist nur noch eine Touristenattraktion.
Für die Romantiker gibt es die 'Alte Liebe', an die Heinrich Heine schon eine Liebeserklärung gerichtet hat. Bei der 'Alten Liebe' handelt es sich um eine ehemalige Anlegestelle, die heute als Aussichtsplattform genutzt wird. Der Schiffsmeldedienst macht den Aufenthalt auf der 'Alten Liebe' mit seinen Durchsagen über Größe und Herkunft der Schiffe immer wieder zu einem Erlebnis. An keinem anderen Ort hat man einen besseren Blick auf die Schiffe, die auf der Elbe vorbeifahren.
Ein Reiseführer schreibt über den Weg zu der mitten im Wattenmeer 10 Kilometer von Cuxhaven entfernt gelegenen Insel Neuwerk:
Am Strand geht der Blick hinaus in die Ferne. Wolkengebirge spiegeln sich in der Meeresweite. Vor dem Festland das Watt: wenn sich das Wasser zurückzieht, wandern die Menschen hinaus zur Flutrinne. Salziger Seewind und das ultraviolette Licht machen das Watt bei Cuxhaven zu einem großen Naturereignis. Füße tappen durch sonnenwarme Priele, über jodhaltigen Schlick und festen Meeresboden, der mit seinen Rillen die Fußsohlen massiert und kribbeln lässt. Sandmuscheln spritzen kleine Wasserfontänen. Auf einem markierten Weg ist Neuwerk von Sahlenburg aus in etwa 2 ½ Stunden zu erreichen.
Auf der Insel, die nur 42 Menschen beherbergt, steht der 1300 errichtete und somit älteste Leuchtturm der gesamten Nordseeküste. Wer nach dem Tagesprogramm an der frischen Luft noch nicht erschöpft in die Federn sinkt, kann noch einen Abstecher in 'Die Kiste' in der Schillerstraße 56 machen. Als Alternative bietet sich das Schillerzentrum an, das neben der Fußgängerzone des Cuxhavener Zentrums mit zahlreichen kleinen Geschäften und Cafés zu einem Bummel einlädt. Und wenn das Heimweh doch einmal zu groß wird, kann man dort von einer original englischen Telefonzelle aus bei seinen Liebsten anrufen.

Bericht von: Forster Sarah, Kuba Kristina, Wieser Bettina