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Helgoland - ein Aufschluss mitten im Meer

 

Entstehung Helgolands
Wie Rom, das bekanntlich nicht an 3 Tagen gebaut wurde, so ist auch Helgoland nicht von heute auf morgen entstanden. Die relevante Entstehungszeit des Eilands beginnt vor etwa 285 Millionen Jahren im geologischen Zeitalter des Perm. Zu dieser Zeit existierte auf dem Gebiet des heutigen Helgolands ein Meer, das sogenannte Zechstein - Meer. Durch andauerndes arides Klima verdampfte das Wasser jedoch nach und nach und hinterließ als Sediment ein Salzkissen. In der darauffolgenden Zeit lagerten sich dann vor allem die Schichten des Trias, hier vor allem Kalke und Sandsteine, der Kreide und des Tertiär ab. Da diese Schichten zwischen etwa 300 und 1.000 m mächtig waren, ist der Druck, der auf die unteren Schichten ausgeübt wurde und diese verdichtete, leicht nachzuvollziehen. Die unterste Schicht, die Zechstein-Sedimente, lassen sich allerdings nur bis zu 2,2g/cm 3 . verdichten und reagieren andernfalls plastisch. Das heißt, das Salzkissen neigt dazu, vor allem an Schwächezonen aufzusteigen, um so eine Druckentlastung zu bewirken. Bei diesem Aufsteigen der untersten Schicht wurden aber auch alle Aufliegenden emporgehoben und dabei um ca. 20 Grad gekippt. So entstand also das ursprünglichste Helgoland als Aufwölbung von 5 x 8 km Fläche. Durch die folgende Eiszeit, aber vor allem durch die zerstörerische Kraft des Meeres, wurde Helgoland erst seit einer verhältnismäßig kurzen Zeit von etwa 8.000 Jahren in seinem heutigen Erscheinungsbild geformt.

Heutige Inselform
Natürliche Veränderungen
Die beiden hauptsächlich einwirkenden Kräfte sind zum einen Verwitterung, zum anderen Abrasion durch die Meeresbrandung.
Während der Wintermonate ist vor allem die physikalische Verwitterung des Gesteins von Bedeutung. Frostsprengungen zerklüften die Felseninsel.
Durch die andauernd einwirkende Meeresbrandung entstehen Felsvorsprünge, die schließlich immer weiter vom Wasser im unteren Bereich ausgespült werden und das Kliff somit weiter zurück gedrängt wird.

Anthropogene Veränderungen
Ab dem 20. Jahrhundert begann man, Schutzmaßnahmen zu ergreifen um der drastischen Verkleinerung der Insel Einhalt zu gebieten. Es wurden Betonmauern vor die Felswände gebaut, um die Abrasion zu stoppen.
Ein weiterer gravierender Eingriff in das Aussehen der Insel war ein massiver Luftangriff während des 2. Weltkrieges, da Helgoland ein deutscher U-Boot Stützpunkt war. Helgoland war eine Zeit lang unter britischer Herrschaft und um auf diesem deutschen Stützpunkt jegliche Munition zu vernichten, wurden gewaltige Sprengungen vorgenommen. Des Weiteren diente die Insel in dieser Zeit als Übungsziel der britischen Luftwaffe. Die entstanden Bombenkrater sind auf Teilen der Insel noch deutlich zu erkennen.

Lebendiges Helgoland
Lage
Helgoland liegt ca. 50 km entfernt vom Festland in der Nordsee, genauer gesagt in der Deutschen Bucht. Die 4,2 Quadratkilometer große Insel gehört zum Kreis Pinneberg im Bundesland Schleswig-Holstein. Das Eiland beherbergt auf der 0,9 Quadratkilometer großen Hauptinsel und der angrenzenden Düneninsel mit rund 0,6 Quadratkilometer Fläche knapp 1.500 Insulaner.
Der Bürgermeister von Helgoland, Frank Botter, sagte selbst einmal:
"Eigentlich sind wir eine ganz normale Gemeinde, mit dem Unterschied, dass hier alles anders ist!"
Und dass dieses Zitat den Nagel auf den Kopf trifft, bemerkt man an allen Ecken und Enden.

Ein- und Ausbooten
Die Eigenheit Helgolands beginnt schon beim typischen Ein- und Ausbooten. Ein- und Ausbooten, das bedeutet, dass die Helgoland-Touristen nicht, wie eigentlich üblich, mit dem Dampfer bis an den Anlegesteg an der Küste gebracht werden, sondern die Schiffe in einiger Entfernung zur Küste im Meer ankern. Von dort werden die Insel-Besucher mit kleineren Fischerbooten, den sogenannten Börtebooten, vom großen Dampfer auf die Insel gebracht. Dieses Verfahren wird heute noch genutzt, da eine längere Landungsbrücke technisch zwar möglich wäre, allerdings würden Kosten und Erfolg in keinem Verhältnis stehen.
Zudem ist das Helgoländer Börteboot nicht nur ein Verkehrsmittel, das unglaublich wenig Unfälle aufzuweisen hat, sondern zudem eine jahrhundertealte Tradition auf Helgoland hat. So wird der Tourist mit einem der vierzehn im Dienst stehenden Boote vom Dampfer abgeholt und sicher auf die Insel gebracht.

Dialekt
Spätestens dort schallt einem der typische Helgoländer Dialekt entgegen, der wie das Englische und das Deutsche aus dem Nordsee-Germanischen stammt.

Bebauung
Betrachtet man die Häuser und deren Baustil, so lässt sich leicht erkennen, dass die meisten Häuser nach dem 2. Weltkrieg gebaut wurden, da die Insel während des Krieges fast völlig zerbombt und zerstört wurde. Das älteste Gebäude der Insel stellt heute der Leuchtturm auf der Düne dar, das sogenannte "Unterfeuer", das 1936 erbaut wurde. Für junge Menschen kommt heutzutage auf Helgoland fast ausschließlich die Restauration älterer Gebäude in Frage, da Neubauten aufgrund der Insellage meist zu kostspielig sind.

Wasserversorgung
Die Wasserversorgung der Inselbevölkerung wird durch Meerwasser, das mittels einer entsprechenden Entsalzungs- und Reinigungsanlage aufbereitet wurde, aufrecht erhalten. Pro Tag entstehen so etwa 1.000 Kubikmeter Süßwasser. Alles andere was für das tägliche Helgoländer Inselleben benötigt wird, liefert zweimal pro Woche ein Frachter aus Cuxhaven, der gegen 4 Uhr früh im Hafen einläuft.

"Lange Anna"
Aus seinem Führerhaus kann der Kapitän genau auf das Wahrzeichen Helgolands, die Lange Anna blicken. Diese Abtragungsform ist etwa 48 m hoch und steht vor der Nordwestspitze der Insel. In einer rund 50 m weit vorspringenden Felswand entstand zunächst eine Brandungshohlkehle, die schließlich durchbrach. Durch weitere Verwitterung stürzten 1860 die verbindenden Schichten zum Nordhorn ein und ließen einen isolierten Felsturm zurück, den Brandungspfeiler "Lange Anna".

Tropen - Feeling
Dass die Helgoländer zwar stark mit ihrer Geschichte und Tradition verbunden sind, hindert sie aber keineswegs daran, auch offen für ganz neue und moderne Aktionen zu sein. Durch die Nähe zum Golfstrom und das damit verbundene mildere Klima gedeihen seit einiger Zeit tropische Gewächse, wie Palmen und Zypressen auf Helgoland. Dieses karibische Flair brachte die Arbeitsgemeinschaft 'Garten' der 'James-Krüss-Realschule' auf die Insel. Seit 2002 pflegen die Schüler rund 230 Pflanzen, um so deren Überlebensfähigkeit sowie ihre Wind- und Salzverträglichkeit zu untersuchen.

Bericht von: Dillinger Katharina, Pfeilmeier Sebastian, Sgoff Veronika