Gar nicht so einfach, unseren Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger in die Klasse einzuladen! Dabei wohnt er doch nur einige Häuser vom Domgymnasium entfernt … Aber daran liegt es nicht. Er würde schon gerne kommen, meinte er beim Durchblättern seines Terminkalenders … und fand noch eine Möglichkeit: „Am 4. Juli morgens um 8 Uhr habe ich noch Zeit!“.
Am Freitag, den 4. Juli kurz vor 8.00 Uhr holten ihn zwei Mädchen aus der Klasse mit einem bunten Sommerblumenstrauß aus dem Garten am Eingang der Schule ab und führten ihn zum Meditationsraum im Philippsbau, wo sich die Buben und Mädchen mit dem Bischof im Stuhlkreis einfanden. Gespickt mit Fragen, forderten die Jugendlichen – eine sehr aufgeschlossene Klasse – Antworten vom gut gelaunten Geistlichen. Er erzählte aus seiner Kindheit und Jugend, von seiner Schulzeit, einer bereits in Aussicht gestellten Lehrstelle als Fernsehtechniker (einem damals gerade in Mode gekommenen Beruf) und schließlich seiner Berufung zum Priester. Niemand habe ihm geraten oder ihn gar gedrängt, Pfarrer zu werden. Der Wunsch danach entstand in ihm selbst; und so musste er als eigentlich schon zu alter Schüler auf das Gymnasium gehen und wurde schließlich Pfarrer. Glücklich und freudig sei er zur Priesterweihe gegangen, gerne habe er in seinem Beruf gearbeitet; Bischof wollte er nie werden. Nach einer Bedenkzeit von nur einer Nacht willigte er schließlich ein, dieses Amt anzunehmen, was ein schwerer Schritt gewesen zu sein scheint. Unter der Bedingung, er selbst bleiben zu können, ließ er sich darauf ein.
Gerade, weil Bischof Haßlberger er selber geblieben ist, ist vermutlich ein wichtiger Grund seiner Beliebtheit. Interessiert hörte die Klasse zu, welche Aufgaben Bischof Haßlberger bestreitet. Applaus erhielt er auf die Auskunft, dass er Bayern-Fan sei! Erstaunt und beeindruckt waren wir alle über seine offene und ehrliche Beantwortung aller gestellten Fragen, auch der privaten.
Rita Wörmann
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