Mittelalterliche Frömmigkeit ist ein Teilbereich im Religionsunterricht der 8. Klasse. Franz von Assisi, der u. a. aus dem Unterricht der 6. Klasse bekannt ist, wird in diesem Jahrgang nochmals kurz aufgegriffen. Franziskus glaubte als junger Mann in einer Kapelle vor Assisi eine Stimme zu hören, die rief: „Geh und baue meine Kirche wieder auf!“ Er fasste dies zunächst wörtlich auf und begann, mit dem Geld seines Vaters ein verfallenes Kirchlein zu renovieren. Nachdem er sich deshalb mit seinem Vater zerstritten hatte, lebte er in selbst gewählter absoluter Armut. Er zog umher und pries die Größe Gottes mit einfachen, für jedermann verständlichen Worten und hatte einen besonderen Bezug zur Natur.
An einem sonnigen Frühlingstag verbrachten wir die nachmittägliche Unterrichtsstunde auf dem Parkdeck der Domgarage bei einer franziskanischen Naturmeditation. Nach einer Einführung und zunächst gemeinsamem Meditieren unter den herrlich blühenden Apfelbäumen der dortigen Plantage suchte sich jeder seinen bevorzugten Platz, um sich in der Natur wohl und mit ihr verbunden zu fühlen, um sich selbst zu spüren und die Natur mit den verschiedenen Sinnen zu erkunden. Manche SchülerInnen zeichneten, andere legten Naturmandalas, einige erkundeten die Natur durch den Sucher der Fotokamera. Manche legten sich ins Gras und lauschten den Geräuschen, ein paar setzten sich ans Wasser. Auch vom hohen Betonblock aus den Blick in die Gegend schweifen zu lassen, schien wohltuend.
Den Jugendlichen machte diese Stunde sichtlich Freude.
Rita Wörmann



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