Stolpern über das dezentrale „Denkmal von unten“ - Mahnmale von Gunter Demnig im Gehsteigpflaster der Freisinger Altstadt
Was sind das für kleine Messingplatten auf dem Bürgersteig? Der Betrachter bleibt stehen, beugt sich – und liest das Schicksal eines Ermordeten oder Deportierten des Naziregimes.
Seit 1997 verlegt der auf Kunst im öffentlichen Raum spezialisierte Bildhauer Gunter Demnig in deutschen Städten „Stolpersteine“, Messingsteine, die vor dem Haus der ehemaligen jüdischen Mitbewohner in den Gehsteig eingearbeitet werden, damit das Schicksal dieser Menschen und das Unrecht, das man ihnen zufügte, mahnend in Erinnerung bleibe. Laut Talmud wandert die Seele nach dem Tod sofort in den Himmel, der Geist aber bleibt über dem Ort des Todes. Ein Name auf einer Messingplatte ist kein Grab, aber das Zeichen soll an den Toten erinnern. Der Künstler will die Namen und damit die Erinnerung an die Orte zurückbringen, wo die Opfer - übrigens alle Opfer: auch politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas oder Euthanasie-Opfer - gelebt haben.
Steine zum Darüberstolpern sind es nicht – das geht aus Sicherheitsgründen nicht; daran geistig hängen zu bleiben, innezuhalten und der unrühmlichen Geschichte zu gedenken, ist der Sinn. Die Stolpersteine sollen an die Opfer des Naziregimes in Freising erinnern:
Henriette Holzer
Hedda Holzer
Oskar Holzer
Irma Holzer
Ilse Holzer
Hanna Holzer
Bernhard Holzer
Siegfried Holzer
Alfred Neuburger
Siegfried Neuburger
Emma Neuburger
Marcus Levin
Das Projekt „Stolpersteine“ soll Gedanken aus dieser Zeit in unseren Alltag tragen.
Klasse 9a
Rita Wörmann
Zu den Photos...
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