Wir, die katholische Religruppe 8ab, bestiegen am Mittwoch, den 11. Juni 2008, mit Pfarrer Michael Schlosser und unserer Lehrerin Rita Wörmann den Kirchturm der Stadtpfarrkirche St. Georg. Zuerst mussten wir eine Wendeltreppe im Turm nach oben; glücklicherweise war sie doch kürzer als befürchtet. Pfarrer Schlosser berichtete interessante Fakten, wie zum Beispiel: Der Turm wurde in der Zeit zwischen 1681 und 1691 erbaut, der frühere Turm war zusammengefallen. Der erste Turm der Pfarrkirche stand nicht am heutigen Ort, sondern vorne rechts in der Kirche wie in der Peterskirche bei Dachau und wurde später in die gotische Kirche übernommen. Zwischen 1629 und dem Bau des jetzigen Turmes hatte man einen hölzernen Dachreiter im Westen. Die Turmspitze des heutigen Turmes ist fast auf der gleichen Höhe wie die der Domtürme, die aber auf einem Berg stehen. Der St.-Georgs-Turm ist 86 m hoch und gehört somit zu den höchsten Barocktürmen Bayerns. Auf der Spitze hat er das Scheyerner Kreuz, nicht - wie oft angenommen - ein Patriarchenkreuz. Der Bezug erklärt sich daher, dass Scheyern der nächstgelegene Hl.-Kreuz-Wallfahrtsort ist. Auch auf vielen angrenzenden Bürgerhäusern der Stadt findet sich aus diesem Grunde das Scheyerner Kreuz. Für den Turmbau wurden ca. 288.000 Steine verwendet, die aus einer nahe gelegenen Ziegelei stammten. Die heutige Ziegelgasse führte damals zu den Ziegeleien im Norden der Stadt, z. B. wo das heutige Finanzamt oder die Deula-Schule stehen. Zur einfacheren Abrechnung wurde jeder hundertste vermauerte Stein mit drei runden Kennzeichen versehen. Um die Türmerwohnung – bestehend aus zwei kleinen Zimmern - in einer Höhe von 42 Metern, welche bis 1916 bewohnt und bis 1955 zu besichtigen war, führt ein Balkon, von wo aus eine beeindruckende Aussicht über die Altstadt und die Stadtteile Freisings möglich ist. Der Türmer hängte im Brandfall in der entsprechenden Richtung tags eine rote Fahne, nachts eine Laterne aus dem Fenster. Trotz weißer Fahne im Turm ist dieser 1945 unter Beschuss geraten. Fünf Glocken hängen auf einem eisernen Glockenstuhl. Zwei wurden um 1690 gegossen, drei nach dem zweiten Weltkrieg.
Der Besuch war ein tolles Erlebnis, und falls Sie auch gerne mal die 243 Stufen hoch gehen wollen – was ich Ihnen sehr empfehlen kann – der Turm ist jeden Samstag von 15.00 – 17.00 Uhr für Besucher offen.
Ute Schmidt, 8b
Rita Wörmann
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