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„Dazwischen: Ich“ - Lesung mit Julya Rabinowich

 

Eine höchst aufmerksame und interessierte Schülerschaft der 10. Jahrgangsstufe erwarteten die russisch-österreichische Autorin Julya Rabinowich sowie Irmgard Koch und Helma Dietz vom Kulturverein Modern Studio Freising e.V., als sie am Morgen des 27. Novembers 2017 in das Dom-Gymnasium kamen. Julya Rabinowich las aus ihrem 2016 veröffentlichen Debüt-Jugendroman „Dazwischen: Ich“.
Dieser beschreibt in Tagebuchform das Leben der fünfzehnjährigen Madina in Deutschland oder Österreich nach der beschwerlichen Flucht ihrer Familie vor dem Krieg in der Heimat. Das Leben in der westlichen Welt ist für Madina anstrengend: Sie muss die Sprache erlernen, wichtige Vermittlungsdienste für die Eltern übernehmen, hin- und annehmen, dass das „Hier“ das „Damals“ nicht ersetzen kann und die Vergangenheit immer wieder aufblitzt in Ängsten, Sorgen, Hoffnungen und Träumen. Trotzdem: Madina macht Erfahrungen, die alle Jugendliche machen: das Bedürfnis, auf einmal alles in Frage zu stellen, die selbst verspürte oder die durch die neue beste Freundin erzählte Faszination vom anderen Geschlecht, die Feststellung, sich nicht nur äußerlich zu verändern, sondern auch innerlich ein Stück weiter wegzurücken von der eigenen Familie, noch ohne zu wissen, in welche Richtung es geht.
Julya Rabinowich hat sich inspirieren lassen: von den Erzählungen geflüchteter Kinder und Jugendlicher, die ihr bei ihrem ehrenamtlichen Engagement in der Flüchtlingshilfe in Österreich begegnet sind, von eigenen Erfahrungen, als Kind in einer fremden Welt zurechtkommen zu müssen und immer wieder festzustellen, nicht richtig dazuzugehören. Symptomatisch dafür steht der aus einer Kleiderkammer stammende Mantel einer alten Dame, den sie als Mädchen getragen hat, und der doch nie etwas anderes war als der Mantel einer alten Dame.
Viele Fragen stellten die Schülerinnen und Schüler Julya Rabinowich im Anschluss an die 40 Minuten Vorlesezeit: zur Entstehungsgeschichte des Jugendromans, zur Zusammenarbeit mit dem Verlag, zu Lieblingsautoren, zu ihrer zweiten Leidenschaft neben dem Schreiben, dem Malen, sowie zum Schreiben an sich. „Bei einer Schreibblockade fahre ich nach Venedig. Das hilft.“ Diesen Tipp werden die Zuhörenden sicherlich ebenso wenig vergessen wie die Autorin selbst, die sich durch ihre entwaffnend erfrischende, direkte und humorvolle Art fest in Kopf und Herz aller eingeschrieben hat.
Fachbetreuerin Ulrike Lewandowsky dankte Irmgard Koch und Helma Dietz herzlich für die Ermöglichung dieser außergewöhnlichen Lesung im Rahmen des Literarischen Herbstes und verlieh ihrer Hoffnung Ausdruck, Julya Rabinowich in hoffentlich zwei Jahren mit ihrem nächsten Roman wieder am Dom-Gymnasium begrüßen zu können.
Die Fotos zeigen die Autorin während der Beantwortung von Fragen aus dem Publikum und umrahmt von Ulrike Lewandowsky (Fachbetreuerin Deutsch), Irmgard Koch und Helma Dietz (Kulturverein Modern Studio).

 

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