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Ausstellung

Murder on the Orient Express

 

Mit formvollendeter Höflichkeit begrüßte Pierre Michel (Tom Wagner), französischer Schaffner im Orient-Express von Istanbul nach London, die zahlreich am 14. und 15. Juli 2019 erschienenen Zuschauer an der Eingangstür zum großen Musiksaal. Sie waren gekommen, um die Aufführung des Kriminalstücks „Murder on the Orient Express“ von Agatha Christie durch The English Drama Group unter der Leitung von Ines Baumer zu sehen.
Fünf, in geheimnisvolles Blau getauchte und mit goldenen Streifen versehene Bühnenelemente bildeten die verschiedenen Abteile des Zuges, in denen - im doppelten Sinn - die Handlung Fahrt aufnahm. An einer Seite des Zuschauerraums war die Rezeption des Istanbul Hotels platziert, mit Stehtisch, darauf eine rote Decke mit orientalisch anmutenden Verzierungen und ein Strauß gelber Rosen. Vor dem diametral zur Bühne aufgestellten Schild mit der Aufschrift „Taurus Express“ standen drei Stühle, auf denen Hercule Poirot – in seiner kühlen Überlegenheit und unbestechlichen Klarheit genial verkörpert durch Leonie Thuro, Sinta Schulte und Fiona Fuchs – hinter den Zuschauern Platz nahm. Zwölf Reisende liefen – elegant gewandet in Weiß, Schwarz und Rot und passend geschminkt durch das Make-up-Team unter der Leitung von Karolina Lang – durch die Zuschauerreihen und stiegen in den Orient-Express. Somit war von vornherein klar: Das Publikum ist in die Handlung involviert und aufgefordert, dieser aktiv zu folgen.
Die Idee, den Meisterdetektiv in dreifacher Gestalt zu zeigen, um für die Darstellerinnen die Menge an auswendig zu lernendem Text zu reduzieren, überzeugte durch ein Höchstmaß an Synchronizität in Mimik und Gestik der Zehntklässlerinnen, die auf diese Weise dem belgischen Detektiv mit seinen kleinen grauen Zellen unvergleichliche Präsenz verliehen. Die Befragung der Passagiere durch Hercule Poirot angesichts des rätselhaften Mords an Samuel Ratchett bot allen Mitgliedern der Theatergruppe die Gelegenheit, ihre jeweilige Rolle je nach Charakter temperamentvoll, zurückhaltend oder hysterisch auszuspielen. Wunderbar herrlich die Auftritte von Mrs Hubbard (Viktoria Haberfeld), Princess Dragomiroff (Leonie Brandmeier) und Mr. Foscarelli (Noara Werkmeister), die mit einem brilliant eingeübten Sprachmix aus Englisch und Russisch bzw. Italienisch für Authentizität sorgten und vergessen ließen, dass es Schülerinnen und Schüler sind, die die Figuren spielten. Der Ruf des Schaffners mit trichterförmig um den Mund gelegten Händen und mit unnachahmlichem französischem Akzent entwickelte sich zu einem Running Gag, der die Strenge der sich anschließenden Verhöre durch den Meisterdetektiv in rechtem Maße abmilderte.
Nach Vorstellung zweier möglicher Lösungen für den Mord und der wahrer Gerechtigkeit folgenden Entscheidung für die erste Lösung fiel nicht nur der Vorhang für Hercule Poirot, sondern auch für die Mitglieder der English Drama Group und ihre Regisseurin. Begeisterter Applaus am Ende jeder Aufführung belohnte sie für ihre Schauspielkunst und für alle Mühen!

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