Fachschaft Griechisch

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Fachschaft Griechisch

 

In Griechenland lag die eigentliche Wiege der europäischen Kultur. Im Griechischunterricht werden die Schüler nicht nur an die Ursprünge von Literatur und Theater, von Politik und Demokratie, sondern auch von Wissenschaft und Philosophie sowie von Kunst und Architektur in Europa herangeführt.

 

Texte aus mehreren Jahrhunderten verdeutlichen die fortschreitende Entwicklung der griechischen Sprache von den konkreten Bildern der griechischen Mythen bis hin zur abstrakten Terminologie der Philosophie. Dadurch erkennen die Schüler den Zusammenhang von Sprache und Denken. Die gelesenen Texte ermöglichen von Anfang an eine Begegnung mit Grundfragen menschlichen Daseins, wie z. B. der Frage der Philosophen vor Sokrates nach dem Ursprung der Welt, mit dem Ringen des Sokrates um ethisch verantwortungsvolles Handeln und mit dem Verhältnis von Individuum und Staat in der dramatischen Dichtung. Diese Themen können im Griechischunterricht aufgrund der zeitlichen Distanz zunächst sachlich und frei von aktuellen Wertungen erfasst werden. In einer konstruktiven Diskussion lassen sie sich dann inhaltlich erweitern und für die Gegenwart fruchtbar machen.

 

Durch die Beschäftigung mit der  ersten Literatur Europas vermittelt der Griechischunterricht Einblick in Stilmuster und Literaturformen, die für spätere Zeiten maßgeblich („klassisch“) wurden, wie z. B. die Tragödie zur Zeit der athenischen Klassik. Die Kenntnis von Figuren, Motiven und Themen griechischer  Literatur und Kunst erleichtert das Verständnis späterer Entwicklungen in diesen Bereichen. Die Jugendlichen können das Entstehen verschiedener politischer Verfassungen, besonders das der Demokratie, in einer historischen Kommunikation mitverfolgen und heutige Ausprägungen besser verstehen. Auch negative Erfahrungen mit Tyrannei oder radikaler Demokratie finden ihren Niederschlag bereits in der politischen Geschichtsschreibung des Thukydides oder in der Staatsphilosophie des Platon.

 

Durch die ethischen, gesellschaftlichen und politischen Fragestellungen werden die Jugendlichen dazu angeregt, in der Auseinandersetzung mit tradierten Vorstellungen eine sinnvolle persönliche Wertorientierung und Verantwortung zu finden. Indem die Schüler die Veränderung des griechischen Weltbildes vom Mythos zum Logos, d. h. von einer durch Mythen geprägten zu einer zunehmend von der Vernunft gesteuerten Weltsicht, mitverfolgen, lernen sie verschiedene Möglichkeiten der Weltdeutung kennen. Von entscheidender Bedeutung ist, dass gerade in der griechischen Literatur und Philosophie zum ersten Mal die Welt als Ganzes in das Blickfeld der Dichter und Denker getreten ist. Bereits im 6. Jh. v. Chr. suchen die sog. Naturphilosophen, die voll Staunen einzelne Erscheinungen beobachten, nach einem System, das diesen Phänomenen zugrunde liegt. Vor diesem Hintergrund wird dann durch die Sophisten und Sokrates der Mensch als Individuum zum Gegenstand intensiver Reflexion. Somit begreifen die Jugendlichen, dass die dem Menschen eigene Fähigkeit, Fragen zu stellen, die Grundlage jeglicher Forschung und des damit verbundenen Fortschritts darstellt.

 

Dom-Gymnasium Freising - Fachschaft Griechisch (Textherkunft: Kultusministerium)